Starke Passwörter: Das müssen Sie zum Schutz Ihrer Daten wissen

Auch die sicherste G Suite-Umgebung hilft wenig, wenn man seinen Account nicht mit einem sicheren Passwort schützt. Deswegen möchten wir heute einen Gast-Artikel zu der Thematik teilen.

26. Mai 2020

Immer mehr Vorgänge finden online statt. Die Wahl des richtigen Passwortes gehört heutzutage zu den wichtigsten Sicherheitsvorgängen, um Ihre Online-Identität zu schützen.

Doch wer die Wahl hat, hat die Qual. Es ist nicht einfach, ein Passwort zu finden, das nicht nur sicher, sondern auch leicht zu merken ist.

In diesem Artikel erkläre ich Ihnen, worauf es bei der Wahl eines sicheren Passwortes ankommt.

Wieso ist ein sicheres Passwort so wichtig?

Im Internet gibt es viele Betrüger, die es auf Ihre persönlichen Daten abgesehen haben. Diese Kriminellen nutzen Tools und Programme, die unzählige Buchstaben- und Zeichen-Kombinationen ausprobieren, um Ihr Passwort zu erraten. Ist das Passwort erst einmal geknackt, können sie sich problemlos in Ihr Konto einloggen.

Verwenden Sie jetzt auch noch dasselbe Passwort für mehrere Webseiten, servieren Sie Ihre online Identität praktisch auf dem Silbertablett. Hacker haben ein leichtes Spiel, wenn sie mit dem Knacken eines einzigen Passwortes gleich Zugriff auf all Ihre Konten haben.

Geriet das Passwort also erstmal in die falschen Hände, kann der Schaden sehr groß sein. Außerdem kommt es nicht selten vor, dass wir Passwörter für sicher halten, die es aber eigentlich gar nicht sind.
Um das zu verhindern, sollte Ihr Passwort nicht nur so sicher wie möglich sein, sondern auch nur für einen einzigen Zugang verwendet werden.

Im Folgenden zeige ich Ihnen ein paar Tipps und Tricks, wie Sie ein sicheres Passwort erstellen. Ich erkläre Ihnen außerdem, wie ein Passwort-Manager Ihnen dabei helfen kann, sich die individuell erstellten Passwörter sicher zu merken.

Tipps & Tricks für ein sicheres Passwort

Bei der Erstellung eines sicheren Passwortes gibt es einige Qualitätsanforderungen, die Sie beachten sollten. Dabei sind Ihrer Kreativität jedoch keine Grenzen gesetzt.

Grundsätzlich gilt: Je länger und komplizierter Ihr Passwort ist, desto besser. Dabei sollten Sie mindestens 10 Zeichen verwenden und auf Groß- und Kleinschreibung setzen.

Ein gutes Passwort sollte außerdem eine bunte Mischung an verfügbaren Zeichen beinhalten. Beziehen Sie daher Zahlen und Sonderzeichen mit ein.

Eine unlogische Reihenfolge der Buchstaben und Zeichen spielt ebenfalls eine wichtige Rolle, besonders um Sie vor maschinellen Angriffen zu schützen. Kriminelle verwenden häufig Programme und Algorithmen, die auf Logik basieren.

Unter Beachtung all dieser Kriterien haben Sie ein Passwort erstellt, das als sicher eingestuft werden kann. Jetzt stellt sich natürlich noch die Frage, wie Sie sich all die komplizierten und individuellen Passwörter merken sollen.

So merken Sie sich starke Passwörter

Eine gute Methode, um sich starke Passwörter zu merken, ist die Verwendung von Passphrasen. Dabei reihen Sie mindestens vier Wörter hintereinander und schmücken diese mit Sonderzeichen und Zahlen. Das könnte dann in etwa so aussehen:

!ch3ss3g3rn3$chn!tz3lkartoff3ln$parg3l

Denken Sie an einen Satz, den Sie sich gut merken können: „Ich esse gerne Schnitzel Kartoffeln Spargel“. Nun können Sie die Buchstaben mit Sonderzeichen oder Zahlen tauschen, die eine gewisse Ähnlichkeit miteinander haben.
So wird beispielsweise aus einem „i“ ein „!“, aus „e“ wird „3“ und aus „s“ wird „$“.

Welche Vorteile hat ein Passwort-Manager?

Mit Hilfe von Passphrasen können Sie kinderleicht ein Passwort erstellen, welches alle Kriterien der Qualitätsanforderungen erfüllt und gleichzeitig einen Merksatz bildet.

Ein starkes Passwort allein reicht jedoch nicht aus, um seine digitale Privatsphäre zu schützen. Neben Sicherheits-Tools, wie einem einem VPN oder dem Tor-Browser, gehört deshalb ein Passwort-Manager zu meinen täglich eingesetzten Tools.

Ein Passwort-Manager hat den Vorteil, dass Sie sich nur ein einziges, starkes Passwort merken müssen – die restlichen werden in einer verschlüsselten Datenbank abgespeichert. Mit einem Master-Passwort sichern Sie diese dann, damit kein Fremder darauf zugreifen kann.

Viele Passwort-Manager bieten zudem eine 2-Faktor-Authentifizierung. Dies ist ein zusätzlicher Sicherheitsschritt, der Ihre Passwörter vor Hackern schützt. Jedes Mal, wenn Sie von einem unbekannten Gerät auf Ihren Passwort-Manager zugreifen möchten, wird Ihnen ein Code an Ihr Smartphone geschickt. Im Falle eines geknackten Passwortes hat der Betrüger somit trotzdem keine Chance, an die anderen Passwörter zu gelangen.

Mit KeePass haben Sie die Möglichkeit, diese 2-Faktor-Authentifizierung zu nutzen. Dieser Anbieter ist kostenlos und sichert deine Passwörter in einer Datenbank, die als Datei auf deiner Festplatte abgespeichert werden.

Lastpass bietet dir ebenfalls einen sicheren Passwort-Manager mit 2-Faktor-Authentifizierung. Diese ist auch in der kostenlosen Variante vorhanden.

Zu den besten kostenpflichtigen Anbietern gehören nach meiner Erfahrung 1password und Dashlane. Beide Dienste bieten umfangreiche Funktionen und sind kinderleicht zu bedienen.

Fazit

Es reicht nicht aus, ein einziges Passwort zu erstellen, dass alle Kriterien für ein sicheres Passwort enthält. Sie können Ihre persönlichen Daten im Internet nur schützen, wenn Sie für jedes Konto ein individuelles Passwort erstellen.

Unter der Verwendung von Passphrasen können Sie sich Ihr Passwort ganz einfach merken. Mit einem Passwort-Manager haben Sie außerdem die Möglichkeit, eine Vielzahl an komplizierten Passwörtern sicher abzuspeichern.

 
Autor: Alexander Baetz von PrivacyTutor